[Rezension] Brent Weeks: Sphären der Macht

Auf Brent Weeks bin ich durch Zufall gestoßen, denn eine Freundin hatte mir den ersten Band seiner Licht-Reihe zum Geburtstag geschenkt. Schwarzes Prisma konnte mich dann auch sehr schnell in seinen Bann ziehen, was gerade an der anderen Auslegung von Magie liegt; in den sieben Satrapien wird Magie durch Licht gewirkt.

Brent Weeks - Sphären der Macht Cover
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Ursprünglich war die Licht-Reihe von Brent Weeks als Trilogie geplant, aber sie hat sich inzwischen zu einer Saga weiterentwickelt und wird im englischen mindestens vier Bände umfassen. Der dritte Band, The Broken Eye, wurde bereits im letzten Herbst auf Deutsch veröffentlich. Blanvalet entschied sich jedoch dazu, die Geschichte in zwei Bücher aufzuteilen: Sphären der Macht und Schattenblender. Ich habe jetzt den ersten der beiden Bände gelesen, und die wichtige Frage lautet: Hat mir das „halbe“ Buch gefallen?

 

An meiner Einleitung konntet ihr es vielleicht schon raus lesen: Ich bin kein großer Fan davon, eine Geschichte aufgrund ihres Umfangs getrennt zu veröffentlichen. Das gefällt mir schon bei Buchverfilmungen nicht und hat mir auch bei Das Labyrinth der träumenden Bücher nicht gefallen. Während sich im zweiten Teil die Ereignisse förmlich überschlagen, wirkt der erste Teil in den meisten Fällen nur wie eine in die Länge gezogene Einleitung. Um es vorwegzunehmen: Das ist auch bei Sphären der Macht nicht anders. Aber trotzdem ist es kein schlechtes Buch.

Worum geht es in Sphären der Macht?

Die Geschichte setzt nahtlos an den vorherigen Band Die blendende Klinge an: Nach der Schlacht von Ru  befindet sich das inzwischen farbenblinde und damit seiner Kräfte beraubte Prisma in den Händen des Piraten Kanonier, der ihn als Sklave auf seinem Schiff hält. Kip befindet sich in der Gefangenschaft seines Halbruders Zymun und Karris Weißeiche steht kurz vor dem Durchbruch ihres Halos. Für die wichtigsten Figuren der vorherigen Bände sind das keine guten Aussichten. Dann wäre da noch Teia, die das Interesse des Assassinen-Ordens „Das Gebrochene Auge“ geweckt hat, der nach immer Macht strebende Andross Guile und Kruxer und die Rekruten der schwarzen Garde, die den nächsten Schritt in ihrer Ausbildung machen.

Was hat mir gut gefallen? Und was weniger?

Weeks hat sich in dem ersten beiden Bänden ein unglaublich komplexes Konstrukt an Figuren mit ihren eigenen Geschichten aufgebaut, und bei dieser Fülle kann ich seine Entscheidung sehr gut nachvollziehen die Trilogie um einige Bände zu erweitern. Die Figuren werden sehr detailliert beschrieben, und Weeks nimmt sich die Zeit jede Nebengeschichte zu Verfolgen und räumt ihr ausreichend Platz ein. Und das ist auch gut so, denn ich möchte als Leser wissen wie es mit jeder einzelnen Figur weitergeht. Dabei ist nicht jede Figur ist sympathisch, aber Weeks schafft es sehr gut mir als Leser die verschiedenen Motivationen der Figuren näher zu bringen. Sie sind zum großen Teil sehr vielschichtig, und alleine das sorgte dafür das ich bisher keines der Bücher so wirklich aus der Hand legen konnte.

Die Geschichte selbst kommt aber leider nicht so richtig in Gang. Was in diesem Fall nicht schlimm ist, denn Weeks konzentriert sich im ersten Abschnitt von The Broken Eye darauf die Ereignisse aus dem vorherigen Band zu verarbeiten und die Weichen für die weitere Geschichte zu Stellen. Daher beschäftigt sich Sphären der Macht auch in aller Ruhe mit den Figuren, beschreibt ihre Schicksale und ihre weitere Entwicklung. So wird Kip immer selbstbewusster und lernt sich auf dem politischen Parkett zu behaupten; Gavin Guile gerät in eine spirituelle Krise und muss sich einer Prüfung seines Glaubens unterziehen; Karris leitet die Spione der Weißen und muss sich in dieser ungewohnten Position zuerst zurechtfinden.

Die große Komplexität ist aber leider auch die größte Schwachstelle von Sphären der Macht. Denn während sich in den beiden vorherigen Bänden die Ereignisse irgendwann angefangen haben zu überschlagen, fehlt der Geschichte ein Höhepunkt, also eine Zuspitzung der Ereignisse. Das mag bestimmt noch in Schattenblender kommen, aber da Blanvalet The Broken Eye aufgeteilt hat liest sich Sphären der Macht wie eine abgeschlossene Geschichte. Und je mehr ich mich der letzten Seite genähert habe, umso öfter habe ich mich gefragt auf welchen Höhepunkt die Geschichte zusteuert. Dafür kann man dem Autor keine Vorwürfe machen, denn die Geschichte ist einfach nicht für diese Art der Veröffentlichung konzipiert.

Fazit

Wie ein Kinofilm, bei dem im unpassendsten Moment der Vorhang zur Pause fällt. Genauso fühlte sich auch das Ende von Sphären der Macht an. Die Figuren durchlaufen spannende und interessante Entwicklungen, und als Leser interessiert mich ihr weiteres Schicksal. Leider spinnt sich aus diesen guten Zutaten (noch) keine spannende Geschichte, die dafür sorgt das ich als Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Doch es gibt ja noch Schattenblender, und ich gehe davon aus das man die Geschichte auch danach erst wirklich beurteilen kann.

Mich interessiert aber natürlich auch eure Meinung. Habt ihr das Buch auch gelesen? Wie hat es euch gefallen? Schreibt es in die Kommentare 🙂

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